14.07.2010

Wachstumsschmerzen

Größer werden tut manchmal weh

Ob groß oder klein – viele Kinder klagen phasenweise über Schmerzen in den Beinen. Eltern suchen dann nach äußeren Anzeichen, finden keine und halten im Zweifel das Ganze für eine taktische Marotte, um das Zubettgehen hinauszuzögern. Doch eingebildet sind die Schmerzen nicht, nur schwer zu diagnostizieren.

Nächtliche Schmerzattacken

Als Wachstumsschmerzen werden die unerklärlichen Schmerzen in den Beinen bezeichnet, die bei Kindern auftreten. Als Ursache wird in der Wachstumsphase eine Dehnung der Bänder und Sehnen vermutet, die vor allem nachts auftritt, wenn sich der Körper streckt. Man schätzt, dass rund 30 % aller Kinder und Jugendlichen gelegentlich von Wachstumsschmerzen betroffen sind.

Meist beginnen die Schmerzattacken abends vor dem Einschlafen, besonders wenn der Tag mit viel Bewegung verbunden war. Dumpfe bis brennende Schmerzen treten dann in den Waden, Schienenbeinen und Füßen auf. Die Schmerzanfälle dauern 10 bis 15 Minuten, mehrere Nächte hintereinander über einen Zeitraum von zwei Wochen. Nach dieser Phase kehrt dann erst mal für ein halbes Jahr wieder Ruhe ein. Wachstumsbedinge Schmerzen können sehr stark sein, sind aber ungefährlich und verschwinden im Laufe der Zeit. Am häufigsten treten die Wachstumsschmerzen bei Kindern im Alter von 3 bis 5 Jahren und danach zwischen 8  bis 12 Jahren auf. Mädchen sind eher davon betroffen als Jungen.  

Keine einfache Diagnose

Wachstumsschmerzen sind nicht einfach zu diagnostizieren. Äußerlich sind keine Rötungen, Schwellungen oder Ausschläge zu erkennen. Einziges Merkmal von Wachstumsschmerzen sind die Schmerzen selbst. Eine eingehende Untersuchung und das Ausgrenzen von anderen Ursachen kann zu der Diagnose führen. Eine Diagnose ist auch deshalb nicht einfach, weil die kleinen Patienten selten sicher sagen können, wo sie starke Schmerzen haben.

Erste Anzeichen

  • Die Schmerzen treten im Kindesalter, manchmal auch noch in der Pubertät auf.
  • Häufig in der Nacht und nach einem bewegungsreichen Tag.
  • Der Schmerz ist nicht genau zu lokalisieren. Häufig sind die Beine betroffen. Äußerlich ist nichts zu erkennen.
  • Die Schmerzanfälle verschwinden nach kurzer Zeit wieder.

Was hilft bei Wachstumsschmerzen

Mit sanften Beinmassagen, von unten nach oben, können Sie die Schmerzen lindern. Viele Kinder mögen Wärme, zum Beispiel durch das Auflegen von Kirschkernsäckchen, Auftragen von Moorsalben oder Infrarothbestrahlung.

Obwohl die Schmerzen in der Regel harmlos sind, sollten sie ernst genommen werden. Kuscheln Sie abends gemeinsam, lesen Sie eine Geschichte vor und trösten Sie Ihr Kind. Halten die Schmerzen länger an, suchen Sie einen Kinderarzt auf, denn es könnten sich ernsthaftere Erkrankungen wie beispielsweise kindliches Rheuma dahinter verbergen.

Weiterführende Informationen:
Schellenberg/Reiche/Blanck: Kinderkrankheiten von A-Z. Das Handbuch: Symptome richtig einschätzen und behandeln. Wo Naturheilverfahren wirken wann Schulmedizin nötig ist. 2008.

© energie-BKK 2010
energie-BKK
Betriebskrankenkasse aus Energiewirtschaft und Telekommunikation