Bereits Kinder leiden an funktionellen oder strukturellen Deformierungen der Füße. Derlei Schäden sind meist die traurigen Folgen falsch gekaufter Kinderschuhe, weil diese zu kurz oder zu schmal sind. Die Knochen der Kinderfüße sind weich und leicht verformbar. Auch sind sie relativ unempfindlich gegenüber Druckschmerzen, so dass die Kinder bei der Schuhprobe nicht immer gleich merken, wenn der Schuh nicht richtig passt. Zudem wachsen Kinderfüße schneller als man denkt: in den ersten Lebensjahren nicht selten um eine Schuhgröße in drei Monaten. Daher sollten Sie regelmäßig kontrollieren, ob die Kinderschuhe noch passen.
Die Deutsche Schuhindustrie hat in Zusammenarbeit mit führenden Kinderärzten und Orthopäden ein System zur bestmöglichen Vorsorge entwickelt: Das WMS-Gütesiegel (Weiten-Maß-System), das auch für "weit-mittel-schmal" steht. Schuhe, die dieses Gütezeichen tragen, sind funktions- und fußgerecht und entsprechen den Proportionen des Kinderfußes genau.
Tipps zum Kinderschuhkauf
- Kaufen Sie Schuhe immer erst am Nachmittag, da die Füße im Laufe des Tages größer werden. Ziehen Sie Ihrem Kind passende Strümpfe an.
- Vor jeder Anprobe eines neuen Schuhs sollte geprüft werden, ob er über die korrekte Innenlänge verfügt. Ein Fuß- und Schuhmessgerät hilft dabei. Damit die Zehen ausreichend Raum haben, sollte ein neuer Kinderschuh innen etwa 12 mm länger sein als der Fuß. Machen Sie die Daumenprobe: wenn der Daumen zwischen die längste Zehe und die Schuhspitze passt, können Sie sicher sein, dass der Schuh lang genug ist. Bei der Anprobe sollte Ihr Kind stehen und nicht auf einem Stuhl sitzen.
- Der Schuh muss zudem einen festen Halt am Fuß haben. Rund um die Schuhöffnung darf kein Finger mehr hinein passen. Drücken Sie mit Daumen und Zeigefinger seitlich im Vorderfußbereich den Schuh zusammen. Liegt der Schuh direkt am Fuß an, dann ist er zu schmal. Hat er zu viel Spielraum, dann ist der Kinderschuh zu weit. Ein zu weiter oder nicht fest am Fuß sitzender Kinderschuh führt dazu, dass der Fuß beim Laufen nach vorn in die Spitze rutscht. Damit werden trotz korrekter Innenlänge des Schuhes die Zehen wie in einem zu kurzen Kinderschuh gestaucht.
- Wichtig bei Kinderschuhen sind zudem eine sehr flexible Laufsohle, die ein gutes Abrollen des Fußes ermöglicht, ein flexibler Schaft, kein ausgeformtes Fußbett, ein geringes Gewicht, Atmungsaktivität, Strapazierfähigkeit sowie pflegeleichtes Obermaterial.
- Lassen Sie Ihr Kind im Schuhgeschäft ruhig einige Runden drehen und nicht nur gesittet laufen, sondern auch hüpfen und springen. Dadurch rutscht der Fuß im Schuh an die Position, an der er tatsächlich auch später sitzt.
Wenn es die Temperatur zulässt und sie sicher sein können, dass keine Verletzungsgefahr besteht, sollten Eltern ihre Kinder zuhause oder im Sand auf einem gepflegten Spielplatz barfuß laufen lassen. Je öfter, desto besser.
